Die manipulierte Presse

"Ihr seid nicht bestanden in der Wahrheit, denn die Wahrheit ist nicht in Euch. Wenn Ihr die Lüge redet, so redet Ihr von eurem Eigenen, denn Ihr seid Lügner von Anfang an"


Günther Jauch und Stern-TV


Auszug aus dem PDF-Dokument:

" Verschwörung als Ursache für Demokratiegefährdung" 

Gerhard-Mercator-Universität Duisburg

Sommersemester 2000

Das original PDF-Dokument


 

3.2 Medienmanipulation durch Geheimdienste

Der BND infiltriert seit Jahrzehnten die Medien - ein klarer Verstoß gegen seinen Verfassungsauftrag, der innenpolitische Aufklärung ausschließt.


Mitte der neunziger Jahre wurde eine Liste mit Namen von BND-
Vertrauensjournalisten veröffentlicht, die Horst Ehmke, als damaliger Leiter des Bundeskanzleramtes dem BND 1970 abverlangte. Diese, erst ein Vierteljahrhundert später öffentlich gemachte Liste, diente als Ausgangspunkt für die Recherche über die Seilschaften zwischen BND und deutschen Journalisten. "Tatsächlich waren es 230 registrierte Pressesonderverbindungen, darunter viele Journalisten von Rang und Namen, und etliche, die zur allerersten Garnitur der bundesrepublikanischen Publizistik zählen"
  (Schmidt-Eenboom 1998, S. 16).

 

Eingeteilt waren diese Presseverbindungen vom BND nach dem Grad ihrer Intensität und Qualität in drei verschiedene Kategorien (vgl. ebd). 1992 wurden in einer Befragung bezüglich der Medieninfiltration des BND 289 angeschriebene Journalisten um Stellungnahme gebeten. Dreiviertel der Befragten nahmen an, daß solche Kontakte zwischen BND und Medienvertretern, wie sie im Zuge des Guillaume-Untersuchungsausschusses aufgedeckt wurden, auch noch heute existieren  (vgl. Winkelmann 1993, S. 341ff).


Der Geheimdienstexperte und Friedensforscher Erich Schmidt-Eenboom
beleuchtet in seinem Buch "Undercover - Der BND und die deutschen
Journalisten" explizit diese Verbindungen, die sowohl in nahezu allen
führenden Tageszeitungen als auch in Hörfunk und Fernsehen bestehen.
Das Fazit: Der BND schlägt dem Staate, dem Staatsverständnis der
Bundesrepublik und ihrer demokratischen Staatsräson tiefe Wunden. Es
zeigt sich, daß der Auslandsnachrichtendienst mehr und mehr zur
Inlandsbespitzelung eingesetzt wird (vgl. Schmidt-Eenboom 1998, S. 158).

Ob sich das nachrichtendienstlich-journalistische Beziehungsgeflecht nur in einer für den BND profitablen, zusätzlichen Informationsquelle erschöpft, oder gar in der gezielten nachrichtendienstlichen Manipulation der Medien, wagt Schmidt-Eenboom jedoch nicht festzustellen.


Auf das geistige Leben in Deutschland wird jedoch nicht nur durch
landeseigene Dienste Einfluß genommen. So soll nach amerikanischen Berichten zum Beispiel der Springer-Verlag in den früher fünfziger Jahren aus den Händen des CIA sieben Millionen Dollar zum Aufbau seines Medienimperiums in Deutschland erhalten haben
(vgl. Blum 1985, S. 114f).


Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Tatsächlich liegt ein großes Potential zur gezielten Interessensverwirklichung in der mediengerecht manipulierten Demokratie. Gerade das Medium Fernsehen, die Nachrichtenmanipulation der Bevölkerung und der fernsehgerecht manipulierte Politiker mit Kurzaussagespot, sind die geeigneten Mittel zur Unterstützung. Dementsprechend wichtig ist es, die Zuschauer nicht zu viel wissen zu lassen und wenn, dann nur das, was gewußt werden soll. Information ist nicht gleich Wissen. Wer sich informiert,
läßt sich üblicherweise informieren von denen, die die Information
auswählen und zusammenstellen. Zwar wird jeder Rezipient die Information anders verbreiten, aber -darauf setzen die Informanten- im Rahmen eines definierten Informationsraumes und nur im nicht signifikantem Maße hinaus. Zudem ist der Rezipient in der Informationsgesellschaft ein zerstreuter, ein unterhaltener. Er wird so vielfältig einfältig unterhalten, im Rahmen definierter Sender- und Programmformate, daß er im Idealfall nicht mitbekommt, daß sein Informiertsein nicht mit der Wahrheitsbildung übereinstimmt.


In den Industriestaaten, deren Bevölkerung die Komplexität der
Lebensverhältnisse kaum noch durchschaut, lassen sich mit dem
Instrumentarium der manipulierten Demokratie inzwischen
Ergebnisse erzielen, die denen einer Diktatur in nichts
nachstehen. Mit dem fernsehträchtigen Kandidaten im
Schaufenster, einer wirtschaftlich und finanziell manipulierten
Presse in der Hinterhand und dem geschickten Einsatz von Brot
und Spielen, heute tititainment genannt, können die
phantastischsten Kombinationen erreicht werden (von Bülow 1998, S. 431f).


Das weder die politische Aufsicht im Kanzleramt noch die parlamentarischen Kontrolleure im Bundestag über die BND-Regularien zur Rekrutierung von Journalisten unterrichtet waren, zumindest gaben sie sich den Anschein (vgl. Schmidt-Eenboom 1998, S. 11), spricht für sich. Nicht selten entpuppt sich die Art und Weise der medialen Berichterstattung als pure Augenwischerei. Beispielhaft ist die Medienpräsentation des
muslimischen Fundamentalismus, der allzu oft als Nährboden für friedensfeindliche Bestrebungen angeführt wird. Daß viele der angeblichen Fundamentalisten aus Ausbildungszentren vom CIA und Mossad kamen (vgl. von Bülow 1998, S. 418), bleibt dabei unerwähnt. Es scheint aber weniger der islamische Fundamentalismus im Vormarsch als vielmehr eine neue Geheimdienstfront mit hochmanipulierten Ängsten, die die Rechtfertigung für Konfrontationen, Beibehaltung der Hochrüstung und militärischen Interventionen verheißen. Man wird offen aussprechen müssen, daß der Aufbau der
muslimischen Bedrohungsfront durchaus auch im Interesse der
den Friedensprozeß abwürgenden Politik des Likud-Regierungschefs Netanjahu in Israel liegt. Nur mit einer dem Terror, der Unruhe und dem Chaos verfallenden muslimischen-arabischen Welt läßt sich die anhaltende Vertreibung der Palästinenser durch den systematisch gesteuerten Siedlungsbau in den besetzten Gebieten öffentlich durchhalten, ohne zugleich die USA als Schutzmacht zu verlieren (von Bülow 1998, 416 f.). Bei der Berichterstattung über derartige Vorgänge fällt auf, daß die Medien die zentralen Fragen >>Wem nutzt es? Woher kommen Waffen und Gelder?<< nicht stellen. Informationen, die auf derartige Fragen keine Antwort geben, sind schlichtweg Desinformationen. Dies dürfte damit zusammenhängen, daß die Medien durch Geheimdienste infiltriert sind.