ABHÖRAFFÄRE SNOWDEN NSA
Nachrichtendienste
Nachrichtendienste hat es schon immer gegeben und dienen der nationalen Sicherheit. Sie haben die verfassungsgemässe Aufgabe feindliche Angriffe auf Volk, Politik und Wirtschaft des jeweiligen Staates  zu verhindern und aufzuklären.  Gesammelte Daten werden nach Anhaltspunkten für Planungen und Abläufe staatsfeindlicher Angriffe mit Hilfe von Filterprogrammen auf entsprechend programmierten Computersystemen durchsucht. Bei den automatisierten Suchabläufen fallen Daten von unverdächtigen Personen (Bürgern) durch die Suchraster und bleiben für weitere Untersuchungen unberücksichtigt. Sie werden als ungelesene Datensätze archiviert.

Augenblicklich werden westliche Nachrichtendienste von Rundfunk und Presse in starkem Masse kritisiert und teilweise sogar kriminalisiert. Es wird dabei ausser Acht gelassen, dass mit dieser überzogener Kritik die Nachrichtendienste in ihrer Arbeit nur unnötig behindert werden, was eine Beeinträchtigung der nationalen Sicherheit zur Folge haben könnte. Die etablierten politischen Parteien Deutschlands missbrauchen das Thema "nationale Sicherheit" sogar für ihre Wahlkampfzwecke. Sie zerren die Arbeitsweise und interne Sachverhalte der Nachrichtendienste in diskriminierender Weise an die Öffentlichkeit, sodass bei dem normalen Bürger zwangsläufig der Eindruck entstehen muss, dass es sich hier um verfassungsfeindliche Organisationen handelt, die mit ihren Kenntnissen darauf abzielen, Staat und Volk zu kontrollieren. Tatsache ist jedoch, dass die Offenlegung der Arbeitsweise der eigenen Nachrichtendienste den potentiellen Angreifern unseres Staates zugute kommt.  

 

Echelon
Der amerikanische Staat betreibt mit Wissen der internationalen Gemeinschaft das globale Abhörsystem Echelon. Erkenntnisse aus den dort gesammelten Daten werden den westlichen Verbündeten , also auch Deutschtland in gewissem Umfang zur Verfügung gestellt. Echelon war Gegenstand eines Untersuchungsberichtes vom 11. Juli 2001 des Europäischen Parlamentes. Der Untersuchungsbericht stellt u. A. fest, dass Echelon weit weniger effektiv arbeiten kann als angenommen. Der Bericht ist oder war im Internet als PDF-Datei, auch in deutscher Sprache, für Jedermann abrufbar.  Der Bericht sagt nichts Anderes aus als das, was heutzutage lautstark in der Presse veröffentlicht wird. Die in der Presse veröffentlichten Sachverhalte sind also schon seit dem 11. Juli 2001, also seit 12 Jahren bekannt. Eine Kopie des Berichtes kann heruntergeladen werden:   www.kdkv.de/echelon/echelonbericht.pdf   Ein altes Poster  "echelon"  des Landesamtes für Verfassungsschutz Baden-Württemberg kann ebenfalls heruntergeladen werden:  www.kdkv.de/echelon/echelon.jpg 

 

Gefahren und Abwehr

Das Problem Industriespionage ist vorhanden. Jedoch können sich Unternehmen heutzutage effektiv gegen solche Angriffe mit entsprechenden Abwehrmassnahmen schützen. Das fängt schon bei der Auswahl von Mitarbeitern an, die an sensiblen Positionen und Systemen tätig werden sollen.  Die elektronischen Systeme selbst können mit heutzutage verfügbaren Massnahmen  in abgestuften Sicherheitsbereichen geschützt werden.  Nur müssen solche Massnahmen auch angewendet werden.

Auch der normale Bürger kann sich schützen. Nur wer die ständigen Hinweise und Mahnungen von Presse und Fachleuten ignoriert, muss sich nicht wundern, wenn seine Daten von Kriminellen abgegriffen und gegen ihn verwendet werden. (Beispiel: Onlinebanking unter Missachtung von Sicherheitshinweisen, Preisgabe persönlicher Daten in sozialen Netzwerken, unverschüsselte e-mail, leichtsinniges Handling von persönlichen Daten auf Smartphones, etc.).

Reinhart Kramer, 14. Juli 2013

Eigener Leserbeitrag im Spiegel vom: 23.07.2013 (Beitrag 103 teleport)