Anlässlich des Leitartikels  „Volkskrankheit Angst“  des Medienblattes  „Welt“  vom 14. Februar 2015  

 

Das ungewöhnliche Angstverhalten der deutschen Bevölkerung  ist gewollt und durch die Print- und Fernsehmedien  im Verbund mit den politischen Eliten dem deutschen Volk antrainiert worden mit dem Ziel, mögliche Widerstände gegen Staat und Ordnung zu minimieren. Ein ständig von Angst getriebener Mensch ist nur noch mit dem für ihn vermeintlich vorhandenen Gefahrenpotential beschäftig und andere Belange sind von sekundärer Bedeutung oder werden ganz aus dem Bewusstsein ausgeblendet. Das analytische, kritische und konstruktive Denken ist reduziert bis ausgeschaltet. Jeder sollte einmal an sich selbst beobachten in welchem Masse die ständigen bewusst hervorgehobenen Schreckensmeldungen der Fernseh- und Printmedien Ängste bei ihm auslösen und wie dadurch sein spontanes lebensfrohes und innovatives Denken und Handeln ausgebremst wird.  

Ein gutes Beispiel ist die hysterische Berichterstattung der Medien und die hysterische Reaktion der Politiker im Falle des terroristischen Anschlages auf die Redaktionsmitglieder der französischen Satirezeitschrift Repdo.

Man solle einmal vergleichsweise über die Risiken des Verkehrsunfalls nachdenken, angesichts von viertausend Verkehrstoten pro Jahr allein in Deutschland  (  1,2 Millionen weltweit ) mit zusätzlich unzähligen schwerverletzten dauerhaft pflegebedürftigen Unfallbeteiligten. In diesem Zusammenhang kann man übrigens auch die Schreckensszenarien des sogenannten  " Supergau's " von Atomkraftwerkes stark relativieren. Als Folge der ständigen Panikmache vor dem  "Supergau"  der bei Beachtung aller Sicherheitsmassnahmen gar nicht eintreten kann, ist der katastrophale und noch nicht beendete Vorgang der Energiewende eingetreten. Der Leser wird wohl bei dem Wort  "Supergau"  an Tschernobyl und Fukushima denken. Nur in Tschernobyl ist der Reaktor zu Testzwecken in unzulässiger Weise in einen kritischen Zustand gebracht worden und dann außer Kontrolle geraten. In Fukushima hat man gleich drei gravierende Fehler begangen indem man Reaktoren in einem Erdbebengebiet nicht erdbebensicher und in Küstennähen gebaut hat. Eine derart dilettantische Vorgehensweise kann ich mir beim besten Willen in Deutschland nicht vorstellen.

Reinhart Kramer am 14. Februar 2015  

Angst und Politik

 


Auszug aus Wikipedia „Angst“

Lernprozesse

Jeder Mensch bringt eine für ihn typische Angstdisposition von Geburt an mit, die sich aber schon ab dem Kleinkindalter und noch lebenslang durch entsprechende Lernprozesse erheblich verändern lässt. Jede Art von Angst kann gelernt, aber auch verlernt werden. 

Jeder Lernprozess zielt auf das Erreichen eines möglichst realitätsgerechten, beherrschten mittleren Angstlevel ab, weil einerseits unangebrachte Ängste Energien vergeuden und andererseits zu starke Ängste das Aktionspotenzial lähmen bzw. bei zu geringen Ängsten die notwendige Warnfunktion und Schutzwirkung fehlt.