Die ARD-Talkshow vom 29.04.2015 mit Anne Will und Anderen und dem Thema:  "BND und NSA"

Zum wiederholten Male wird die Tätigkeit des deutschen Geheimdienstes in unvernünftiger Weise und in Unkenntnis der wahren Sachverhalte in Presse und Fernsehen  publiziert.

Fakt ist, dass der BND in Zusammenarbeit mit der NSA unter Anderem Informationen über Politiker und Industrieunternehmen im In- und Ausland sammelt und auswertet, mit dem Ziel, mögliche Geheimnisverräter zu enttarnen. Das ist ein wichtiger Teilbereich der Aufgaben der Geheimdienste.

Gerade Politiker, die Geheimnisverrat begehen, können einen immensen Schaden für Volk und Staat anrichten. Ich erinnere hier nur an den Fall Günter Guillaume.

Desweiteren erinnere ich an den Fall des Oberst der schwedischen Luftwaffe Wennerström dessen verräterische Tätigkeiten gar nicht im vollem Umfang der Öffentlichkeit bekannt gemacht wurden sondern für die nächsten fünfzig Jahre zum Staatsgeheimnis erklärt worden sind.  (Hamburger Abendblatt vom 30. April 1964)

In beiden oben angeführten Fällen haben übrigens die zuständigen Geheimdienste total versagt, was den Schluss zulässt. dass besagte Geheimdienste offensichtlich mit zu wenig Kompetenzen ausgestattet waren, die es ihnen nicht ermöglichten, hier Aufklärungsarbeit zu leisten. Die logische Konsequenz aus dieser Erkenntnis wäre, den BND durch bessere Ausstattung in allen Bereichen  und mehr Kompetenzen auf eine qualitativ höhere Stufe zu heben. 

Unter Berücksichtigung der obigen Sachverhalte müssten die Aktivitäten des BND besser geschützt werden und nicht ständig durch Presseorgane und unvernünftige Politiker in der Öffentlichkeit publiziert werden. Es ist ein Unding, dass die Aktivitäten eines Nachrichtendienstes in Fernsehtalkshows zum Thema gemacht werden. Dieser Umstand grenzt schon an Hochverrat. Der Bundesnachrichtendienst ist keine demokratiefeindliche Organisation, sondern hat die Aufgabe eben diese zu schützen. Diese Tatsache sollte bei aller Kritik an oberster Stelle stehen.

Letztlich stellt sich hier die Frage, wie im aktuellen Fall Sachverhalte, die der Geheimhaltung unterliegen an die Presse gelangen konnten. 

Reinhart Kramer  am 30.04.2015